Die Burg Lürken
burg1Das kleine Bauerndorf Lürken spielte in der Geschichte der lutherischen Gemeinden seit Jahrhunderten eine bedeutende Rolle. Die Grabsteine des evangelischen Friedhofes sind in den Eingangsanlagen des Dürwißer Friedhofes erhalten. Die Lürkener Burg war Mittelpunkt des Dorfes und hatte eine zum Herrenhaus hin offene Vorburg sowie einen starken Rundturm an ihrer Südwestecke und Wassergraben. In der hügeligen Obstwiese der Burg grub das Rheinische Landesamt 1961 bis 1963 die Reste des Badetraktes (Hypokaust) mit einer Tonrohrwasserleitung in 1,20 m Tiefe einer römischen Villa rustica aus. Bei Untersuchungen der so genannten Alten Burg wurde eine 5.000-jährige Besiedlungsgeschichte nachgewiesen. Eine Kapelle, die schon im 15. Jahrhundert bestand, war bereits im 19. Jahrhundert nicht mehr vorhanden. Die wertvolle Türeinfassung der Burg wurde an der Burg Konradsheim bei Euskirchen eingebaut. AbsetzerAus Lürkens uraltem Friedhof sind aus denkmalpflegerischern Gründen die erhaltene gebliebenen Grabsteine auf den neuen Friedhof Dürwiß verlegt worden. Im Hintergrund ein "Absetzer" der Rheinbraun.

Reste einer Villa Rustika, mit Fußbodenheizung

EReste eines römischen Kaklbrennofens, 1962 ausgegraben vom Rheinischen Landesmuseum Bonn
 

GutshofAn der südlichen Ecke des Westflügels der Vorburg befindet sich der spätgotische Torbau für die Zugbrücke aus dem 14. oder 15. Jahrhundert. Von der Vorburg führt eine gemauerte Bogenbrücke über den Graben zur Hauptburg, die östlich der Vorburg liegt.
Sakropharg

Mehrere römische Gräber und ein Töpferofen wurden 600m südöstlich von Lürken im Acker ausgegraben. Neben einigen schlichten Brandgräbern fand man aufwandreiche Bestattungen in steinernen Behältern, so genannten Aschekisten aus Sandstein. Den Toten, die verbrannt wurden, hatte man in Gefäßen aus Glas und Ton Speise und Trank für das Jenseits mitgegeben. Zwei dieser steinernen Grabbehälter stehen heute vor dem Verwaltungsgebäude der Rheinbraun in Eschweiler.

Ausgrabungen LuerkenDas Herrenhaus ist nur noch eine Ruine. Von dem dreigeschossigen Bruchsteinbau ist nur noch die westliche Giebelwand mit den beiden Ecktürmen in voller Höhe erhalten. Nord- und Südwand stehen nur noch teilweise aufrecht. Der östliche Teil des Gebäudes ist fast völlig verschwunden.

mit freundlicher Genehmigung der Stadt Eschweiler

Quelle: Informationen der Stadt Eschweiler, Bilder aus dem Buch: Bagger im Dürwißer Land, Herausgeber Leo de Jong